VERGANGENE
VERANSTALTUNGEN

Religion im Ukraine-Krieg. Historische und regionale Perspektiven
Podiumsdiskussion, Historisches Museum Frankfurt, 3. November 2022, 19:00 Uhr

Die russische Seite rechtfertigt ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine immer wieder durch die historisch-religiösen Verbindungen zwischen beiden Staaten und sieht ihre Haltung durch die kremltreue Line des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill bestärkt. Die Diskussionsrunde blickt aus geschichts- und religionswissenschaftlicher Perspektive auf diese Argumentationsmuster und setzt sie zur tatsächlichen religiösen Vielfalt der Region und den hiermit verbundenen zivilgesellschaftlichen Interaktionen in Beziehung. Mehr gibt es hier.

Buber-Rosenzweig-Vorlesung: Zionismus and Europe
Vortrag von Prof. Steven E. Aschheim, 3. Nov. 2022, 18:15 Uhr, Campus Westend, HZ 05

125 Jahre nach dem Ersten Zionistenkongress in Basel im Jahr 1897 befasst sich Prof. Aschheims Vortrag u.a. mit der tiefen Spannung, die in den Anfängen des Zionismus zwischen der Ablehnung Europas – aufgrund des europäischen Antisemitismus – durch Theodor Herzl und andere zionistische Denkern und der Verwurzelung des Zionismus in europäischen ideologischen, kulturellen, sozialen und politischen Konzepten (einschließlich Nationalismus, Humanismus, Kosmopolitismus) bestand. Mehr gibt es hier.

Internationale Konferenz, 17. bis 18. Oktober 2022, Lille/online

JEWISH THOUGHT BETWEEN GERMANY AND FRANCE. New Horizons for the Study of Contemporary European Jewish Thought

Ins Kloster! Vom Schreiben, Spielen und Bierbrauen in St. Gallen
Prof. Dr. Bernhard Jussen auf der Kinder-Uni, 5. Oktober 2022

Die religiöse Lebensgemeinschaft par excellence ist sicher das mittelalterliche Kloster. Doch auch hier lebten Mönche und Nonnen einer engen Nachbarschaft mit Laien und Laiinnen – unter ihnen auch viele Kinder. Im Rahmen der Kinder-Uni stellt Bernhard Jussen, PI bei „Dynamiken des Religiösen“ das Klosterleben in St. Gallen vor. 

Anmeldung bis 20. September. Mehr gibt es hier.

Bewusstsein mit Leib und Seele. Ein Symposion zu Hermann Cohens nicht geschriebener Psychologie

Internationale Tagung, Frankfurt, 18. -21. September 2022

Die Tagung wird durch das Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart und die Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie sowie die Hermann-Cohen-Gesellschaft veranstaltet. Sie findet in Kooperation mit „Dynamiken des Religiösen“ und dem Dipartimento di Studi Storici an der Università degli Studi di Torino statt.

Digitale Konferenz, 13. und 14. September 2022

Emotions and Holocaust Studies

Die Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Juden während des Holocausts ruft starke Emotionen hervor. Diese persönlichen Empfindungen und Gefühle spielen eine wichtige Rolle bei der Motivation der Menschen, sich für den Holocaust zu interessieren, und sind eine treibende Kraft bei fiktionalen Darstellungen und wissenschaftlichen Debatten. Die digitale Tagung, die von Stefanie Fischer and Kobi Kabalek in Zusammenarbeit mit dem Buber-Resenzweig Institute, dem Fritz Bauer Institut (beide Goethe Universität Frankfurt), dem Zentrum für Antisemitismusforschung (TU Berlin), Goethe und der Penn State University organsiert wird, nimmt sich ihrer wissenschaftlichen Erforschung an.

Zum Programm und Anmeldung geht es hier

Konferenz „Der Zionismus und die Wissenschaft“ mit Abendvortrag zu Joseph Klausners „Jesus von Nazareth“

Veranstaltung an der ETH Zürich in Kooperation mit dem Buber-Rosenzweig-Institut (Frankfurt), 5. bis 6 September 2022

Im Rahmen der Konferenz blicken 13 Vorträge auf das Verhältnis von Zionismus und Wissenschaft und nehmen hierbei unter anderem die Themenfelder Zukunftsvorstellungen, Rassetheorien und Ökonomie in den Blick. Der erste Konferenztag schließt mit einem Abendvortrag von Christian Wiese, Sprecher von „Dynamiken des Religiösen“, zu Joseph Klausners Buch „Jesus von Nazareth. Seine Zeit, sein Leben, seine Lehre“, das 1923 in Jerusalem in hebräischer Sprache erschien.

Internationales Symposium, Bad Homburg, 24. bis 26. Juli 202

Symposium: The Dynamics of Religious Interaction

Vom 24. bis zum 26. Juli 2022 findet am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg das Symposium „The Dynamics of Religious Interaction“ statt. Dreizehn Wissenschaftler*innen aus Cambridge, Tel Aviv, Notre Dame und Frankfurt stellen hier ihre Projekte vor.


Grenzgänger des Jenseits. Engel, Dämonen und Heilige in der Frühen Neuzeit

Frankfurter Sommerkurs zur Geschichte der Frühen Neuzeit 2022, 25. bis 28. Juli 2022

Engel, Wiedergänger, Dämonen, Heilige, Vampire und all das – in der Frühen Neuzeit gehörten sie zum Alltag von Christen ebenso wie von Muslimen und Juden. Als Kinder des Lichts und der Finsternis, als Vehikel für die tiefsten Ängste und Hoffnungen der Zeitgenossen bieten sie interessante Anknüpfungspunkte, um die Gemeinschaften zu verstehen, in denen sie gefürchtet und exorziert, verehrt, beschworen oder theoretisiert wurden. Aber sind sie lediglich ein Spiegel der jeweiligen religiösen und sozialen Kultur, in der sie sich bemerkbar machten? 

Die Anmeldung ist bis 30. Juni möglich. Mehr zur Summer School gibt es hier.

Koferenz der Forschungsgruppe „Linked Open Tafsīr“, Bad Homburg, 18. bis 20. Juli 2022

„Reconstructing the Dynamics of the Emergence of Islam – Possibilities and Limits“

Die Forschungsgruppe „Linked Open Tafsīr“ befasst sich mit der Rekonstruktion der Entwicklungsdynamiken des Korans, indem sie Netzwerkmodellierungen früher islamischer Traditionen vornimmt. Die Konferenz stellt Ergebnisse und Überlegung aus der Forschungsgruppe und ihrem Umfeld vor. Weitere Informationen.

POLY-Fellow-Lecture zu Dositheos II, der katholischen Reformation und der Verehrung des Heiligsten Herzens

5.,13., und 20. Juli 2022, Campus Westend

Zwischen dem 5. Juli und dem 20. Juli 2022 finden die diesjährigen Fellow Lectures des Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ statt. Die Gastwissenschaftler Klaus-Peter Todt, Simon Ditschfield und Samuel Weber sprechen über den Jerusalemer Patriarch Dositheos II, die Geschichte der katholischen Reformation im 20. Jahrhundert und die Verehrung des Heiligsten Herzens.  

Der Stern der Erlösung – ein Jahrhundert später: Franz Rosenzweig und die Geschichte

Internationale Tagung im Rahmen des Festjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, 17. bis 20. Juli 2022

Franz Rosenzweigs Der Stern der Erlösung gehört zu den bedeutendsten philosophischen Werken aus dem Kreis deutsch-jüdischer Intellektueller im frühen 20. Jahrhundert und spricht bis in die geistigen und politischen Herausforderungen der Gegenwart hinein. An drei Tagen beleuchten 15 Panels die diversen Facetten des Werkes. Abgerundet wird der Kongress durch drei Plenarvorträge, zwei öffentliche Abendveranstaltungen und eine feierliche Eröffnung mit musikalischer Untermalung.  Mehr Informationen gibt es hier.

Christen in Ostafrika und Westasien – Alte Traditionen und neue Herausforderungen
Vorlesungsreihe im Rahmen der von der Deutschen Bank finanzierten Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“
27. April bis 6. Juli 2022, immer mittwochs, ab 20:15 Uhr

In der öffentlichen Wahrnehmung werden Ostafrika und Westasien oft mit dem Islam assoziiert. Indessen handelt es sich um religiös vielfältige Regionen. Die Vorlesungsreihe macht die lange Präsenz verschiedener Formen des Christentums vor Ort sichtbar und lenkt den Blick sowohl auf friedliche Nachbarschaftsbeziehungen als auch auf blutige Konflikte zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen.

Die Veranstaltung wird durch Prof. Dr. Hartmut Leppin, PI bei Dynamiken des Religiösen, und Prof. Dr. Dorothea Weltecke organisiert und in Kooperation mit der Kollegforschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ (POLY) veranstaltet. Weitere Informationen gibt es hier.

Internationaler Workshop, 4. bis 6. Juli 2022, Oxford

Hans Jonas. The Early Years

Im Zuge einer allgemeinen Wiederbelebung der Jonas-Forschung möchte dieser Workshop eine der wichtigsten Facetten von Jonas‘ Werk beleuchten, die bisher zu wenig erforscht wurde: die frühen Jahre seiner intellektuellen Arbeit. Diese Zeit war vor allem der eingehenden Analyse philosophischer und religiöser Bewegungen in der Spätantike gewidmet, wie den gnostischen Bewegungen und christlichen Autoren wie Paulus und Augustinus. In diesen Jahren entwickelte Jonas auch sein Interesse für das Judentum und den Zionismus.  Mehr gibt es hier.

Mit anderen Wahrheiten leben: Was können Religionen und deren wissenschaftliche Erforschung zum Dialog in der säkularen Gesellschaft beitragen?
Diskussionsrunde im Rahmen der Bürgeruniversität, 28. Juni 2022,  19:30 Uhr

Als 1914 die Frankfurter Universität gegründet wurde, verfolgte sie ein neuartiges Konzept zur Erforschung von Religiosität: Jenseits der klassischen Theologie wurde in den 1920er Jahren eine Abteilung für Religionswissenschaften mit jüdischen, evangelischen und katholischen Dozenten unter dem Dach der Philosophie eingerichtet. So wurde die Basis für einen interreligiösen, wissenschaftlichen Diskurs geschaffen, der die Goethe-Universität bis heute prägt und unter anderem im Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“ weiterentwickelt wird. Die Veranstaltung „Mit oder ohne Gott? – Religionen in der pluralen Gesellschaft“ der diesjährigen Bürgeruniversität greift diese Kompetenz in zwei Abendveranstaltungen auf.

In der Diskussionsrunde „Mit anderen Wahrheiten leben: Was können Religionen und deren wissenschaftliche Erforschung zum Dialog in der säkularen Gesellschaft beitragen?“ bringen sich mit Armina Omerika, Rebekka Voss, Anja Middelbeck-Varwick und Christian Wiese vier PIs von Dynamiken des Religiösen ein und diskutieren u.a. darüber, inwiefern religiöse Gemeinschaften in der Lage sind, Pluralität auszuhalten und mit Differenzen umzugehen.

Der erste Veranstaltungstermin mit dem Titel: „Was glauben wir eigentlich, wenn wir glauben?“ findet am 8. Juni 2022 statt. Mehr zu beiden Terminen gibt es hier.

„Texte, Normen und Lebenswelten“ – Interdisziplinärer AIWG-Kongress 2022
Tagung zu islamisch-theologischen Studien, 22. und 23. Juni 2022

Der AIWG-Kongress 2022 widmet sich einem breiten Spektrum an Fragen zu Islam in Texten, Normen und Lebenswelten. In über 20 Panels möchte der Kongress die Bandbreite der derzeitigen Forschung innerhalb der islamisch-theologischen Studien (ITS) auch in ihren inter- und transdisziplinären Bezügen abbilden. Mit dem Kongress ermöglicht die AIWG darüber hinaus universitätsübergreifend die Diskussion weiterer, für die ITS wichtiger Themen, insbesondere zur Fachentwicklung, zu methodischen und theoretischen Querschnittsfragen, zum Verhältnis der ITS zu relevanten Nachbarsdisziplinen und zu komparativen Perspektiven auf andere Länder. Mehr

Veranstaltung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt, 21. Juni 2022

Tillich-Lecture 2022: Religion, Gewalt, Opfer – ein gordischer Knoten?

Naturkatastrophen und Autounfälle fordern Opfer, Kriege fordern Opfer – in diesen Tagen auf erschreckende Weise der Krieg in der Ukraine. Auch haben zu allen Zeiten Menschen aus religiösen Gründen Opfer gebracht: Zeit und Mühe, die Früchte des Feldes, geweihte Tiere und sogar Menschenopfer. Religion, Opfer und Gewalt sind in der Geschichte so eng miteinander verbunden, dass sie fast untrennbar scheinen: ein gordischer Knoten. Müssen Götter, musste auch der Gott, an den Christenmenschen glauben, Blut vergießen lassen, um besänftigt und versöhnt zu werden? Welche Rolle spielt hierbei der Kreuzestod Jesu?

Aus theologischer und philosophischer Perspektive diskutieren zu diesem Thema Prof. Dr. Gesche Linde (Universität Tübingen/Systematische Theologie) und Prof. Dr. Thomas Schmidt (Frankfurt am Main/Religionsphilosophie) unter der Moderation von Prof. Dr. Heiko Schulz (Frankfurt am Main/Systematische Theologie). Mehr gibt es hier.

Ideological Turn in Theology? The Impact of Globalisation on the Talk of „God“

Internationale Konferenz, 9. bis 11. Juni 2022

Gerade die Globalisierung zeigt, dass die Unterscheidung zwischen religiösen und säkularen Überzeugungen nicht ausreicht, um sich mit der Frage nach dem passenden Platz von religiösen Ideen in demokratischen Gesellschaften auseinanderzusetzen. Neben den Überzeugungsinhalten gilt es ebenso auf die jeweiligen Argumentationsweisen zu blicken. Diesen Überlegungen folgend, fragt die Konferenz unter anderem danach, welche Aspekte theologischen Nachdenkens dazu auffordern, sie unter ideologiekritischen Gesichtspunkten zu untersuchen.

Was glauben wir eigentlich, wenn wir glauben?
Diskussionsrunde im Rahmen der Bürgeruniversität, 8. Juni 2022, 19:00 Uhr

Als 1914 die Frankfurter Universität gegründet wurde, verfolgte sie ein neuartiges Konzept zur Erforschung von Religiosität: Jenseits der klassischen Theologie wurde in den 1920er-Jahren eine Abteilung für Religionswissenschaften mit jüdischen, evangelischen und katholischen Dozenten unter dem Dach der Philosophie eingerichtet. So wurde die Basis für einen interreligiösen, wissenschaftlichen Diskurs geschaffen, der die Goethe-Universität bis heute prägt und unter anderem im Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“ weiterentwickelt wird. Die Veranstaltung „Mit oder ohne Gott? – Religionen in der pluralen Gesellschaft“ der diesjährigen Bürgeruniversität greift diese Kompetenz in zwei Abendveranstaltungen auf.

In der Diskussionsrunde „Was glauben wir eigentlich, wenn wir glauben?“, blicken Heiko Schulz, Thomas Schmidt und Kristina Stoeckl aus human-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Sicht auf Glauben und Religion und fragen u.a., wie Glaubensüberzeugungen in einer vom Rationalismus durchdrungenen, demokratisch und wissenschaftlich geprägten Welt zustande kommen.

Der zweite Veranstaltungstermin mit dem Titel: „Mit anderen Wahrheiten leben: Was können Religionen und deren wissenschaftliche Erforschung zum Dialog in der säkularen Gesellschaft beitragen“ findet am 28. Juni 2022 statt. Mehr zu beiden Terminen gibt es hier.


Spinoza’s Quasi-Fictionalist Account of Religion

Vortrag von Michael A. Rosenthal (Toronto)
7. Juni 2022, 18:00 Uhr , Cas. 1801

Spinoza wird häufig entweder als radikaler Atheist portraitiert, der den metaphysischen Naturalismus betont, oder als Romantiker, für den Gott die Natur durchdringt. Im Gegensatz dazu folgt Michael A. Rosenthal in seinem Vortrag Ansätzen jüngerer Wissenschaftler*innen und zeigt, dass Religion nach Spinoza – wenngleich letztlich in der rationalen Ordnung der Natur verankert – vor allem Ausdruck der Vorstellungskraft ist, die aus dem existentiellen Bedürfnis hervorgeht, jene Gegebenheiten zu beherrschen, die unser Leben formen.


Marking the Establishment of the Frankfurt-Tel Aviv Center for the Study of Religious and Interreligious Dynamics

2. Juni 2022, 15.15 Uhr, Campus Westend, PA-Gebäude

Ausgehend von ihrer langjährigen Kooperation haben sich die Universität Tel Aviv und die Goethe-Universität Frankfurt auf die Einrichtung eines gemeinsamen Forschungsinstituts verständig. Die feierliche Veranstaltung am 2. Juni würdigt das neuentstehende  „Frankfurt-Tel Aviv Center for the Study of Religious and Interreligious Dynamics“, das wesentlich durch „Dynamiken des Religiösen“ mitgetragen wird.

The Jewish Passover in Christian Hands: Johann Rittangel’s Diatribe against Joseph Scaliger and Louis Cappel

Vortrag von Joanna Weinberg (Oxford)
24. Mai 2022, 16:00 Uhr, Campus Westend, Cas. 1802

Die christlichen Gelehrten der Frühen Neuzeit waren von den Ritualen und Texten des Pessachfestes fasziniert. An ihren Debatten über die Verbindung zwischen dem letzten Abendmahl und seinem jüdischen Gegenstück beteiligte sich auch der bedeutende Hebraist Johann Stephan Rittangel (1606-1652). In ihrem englischsprachigen Vortrag rückt Joanna Weinberg, emeritierte Professorin der Universität Oxford, ein unlängst entdecktes Pamphlet Rittangels in den Blick.

Konfessionelle Codierungen. Ambiguität und Vereindeutigung im 16. Jahrhundert
Tagung der Forschungsgruppe POLY
19. bis 21. Mai 2022

Mag das frühneuzeitliche Europa aus einer globalen Perspektive auch als religiös und kulturell (vergleichsweise) einheitlich erscheinen, so zeigt ein genauerer Blick, dass der Schein trügt. In diesem Zusammenhang schauen wir auf konfessionelle Codierungen, wie sie sich in literarischen Texten, Kunstwerken, Traktaten aus Theologie und Jurisprudenz, aber auch mithilfe von und in Paratexten (Vorworte, Kommentare, Rubriken) und Kontexten manifestieren. Der Rezeptionsakt, durch den konfessionskulturelle Äußerungen dann auch als solche decodiert werden, muss dabei stets mitreflektiert werden. Deshalb gilt es im Rahmen der Tagung auch danach zu fragen, inwiefern konfessionelle Codierungen und Decodierungen von Vereindeutigungsstrategien beziehungsweise einer Hermeneutik der Eindeutigkeit angeleitet werden.

Workshop mit Prof. Michael Rosenthal (University of Toronto)
Masterclass für Doktorand*innen und Postdocs, 12. Mai 2022

Im Worshop mit Michael Rosenthal, der derzeit Fellow am Institut für Religionsphilosophische Forschung ist, bekommen Doktorand*innen und Post-Docs die Möglichkeit Texte, Textfragmente oder Buchkapitel vorzustellen und anschließend zur Diskussion im Plenum freizugeben. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Natalie Berg: n.berg@em.uni-frankfurt.de.


Ukraine Fellow Lectures zur „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“
12. bis 26. April 2022

Das vormoderne Zentral- und Osteuropa ist gekennzeichnet von einem erstaunlichen Nebeneinander verschiedener religiöser Strömungen. Damit ist die Region ein ausgezeichneter Startpunkt, um sich mit der Polyzentrik und Pluralität früher Christentümer und ihren Interaktionen mit anderen religiösen Gruppen zu befassen. In drei Vorträgen nehmen sich die POLY-Ukraine-Fellows diesen Thematiken an.


Bishops – Leaders and Ministers, Judges and Diplomats, Scholars and Saints
Online Workshop, 24. bis 25. Februar 2022

Bereits im Mittelalter war das Bischofsamt ein gemeinsames Charakteristikum aller Spielarten des Christentums. In Abhängigkeit von der politischen, sozialen und kulturellen Situation variierten allerdings von je her die Aufgaben und Pflichten der Bischöfe. Der Workshop rückt das mittelalterliche Bischofsamt (ca. 700–1400) in seiner ganzen Vielfalt den Blick und vereint Vorträge, die einen weiten geografischen Raum abdecken und sich mit Regionen von Andalusien bis in den Irak und vom Kaukasus bis nach Äthiopien befassen. 

Der Workshop wird durch Dorothea Weltecke, Ralph Barczok und Bernd Andreas Vest organisiert und ist Teil der gemeinsamen Veranstaltungen der Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ (POLY)“, deren Leiterin Birgit Emich, Sprecherin von „Dynamiken des Religiösen“ , ist. Mehr gibt es hier.


Ambivalente Nachbarschaften: Religiöse, kulturelle und politisch-soziale Dynamiken zwischen Judentum, Christentum und Islam
Ringvorlesung, 15. November 2021 bis 14. Februar 2022

Religiös-weltanschauliche Vielfalt gehört zur Signatur der meisten gegenwärtigen Gesellschaften und religiöser Dialog ist mehr denn je Voraussetzung friedlichen Zusammenlebens. Gerade die abrahamitischen Religionen stellen hier wissenschaftlich eine Herausforderung dar: Sehen einige Forscher*innen ihren Monotheismus als Nährboden für Engstirnigkeit, stellen andere Ansätze vor allem auf ihre verbindenden Elemente scharf und laufen so Gefahr, Konflikte auszublenden. Demgegenüber nimmt die Veranstaltungsreihe eine These David Nirenbergs zum Ausgangspunkt: Ihr zufolge lassen sich die drei monotheistischen Religionen nicht als voneinander abgegrenzte und in ihrem Wechselverhältnis statische Religionen verstehen, sondern allein aus der Dynamik konkreter kultureller und politischer Nachbarschaftsverhältnisse. Diese sind gekennzeichnet durch komplexe Prozesse von Kulturtransfer oder Abgrenzung, von Zusammenleben oder Separation und Toleranz oder Gewalt. 

Mehr Informationen zur Veranstaltung findet sich hier; zum Videomitschnitt der einzelnen Vorträge geht es hier.


Revisiting Confessionality – Konfessionen auf dem Prüfstand
Vorlesungsreihe, 2. November 2021 bis 8. Februar 2022, immer dienstags, 18:00 – 20:00 Uhr (c.t.)

Der Terminus „Konfession“ weist in der geschichtswissenschaftlichen Literatur eine sehr spezifische Verwendung auf: Er ist für jene mit der Reformation entstehenden christlichen Kirchentümer reserviert, die sich auf eine konkrete Bekenntnisschrift (die Confessio) beziehen und in Verfassung und Lebensformen spezifische Ausprägungen aufweisen. Diese starke Eingrenzung des Konfessionsbegriffs kann erklären, warum das Konzept für vorreformatorische Epochen, außereuropäische Christentümer und nichtchristliche Religionen kaum Verwendung findet. Doch ist eine so starke Eingrenzung zweckdienlich? 

Dieser Frage geht die Vorlesungsreihe der Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ (POLY)“ nach. POLY wird durch Birgit Emich, Sprecherin von „Dynamiken des Religiösen“ geleitet. Mehr Informationen und einen Videomitschnitt der bereits abgehaltenen Vorlesungen gibt es hier.


Gebrochene Traditionen? Jüdische Literatur, Philosophie und Musik im NS-Deutschland
Konferenz am 9. November 2021 und Ringvorlesung im Wintersemester 2021/22 (virtuell)

Die Ringvorlesung, die mit einer gleichnamigen interdisziplinären Konferenz zum 9. November 2021 in Frankfurt (Oder) eröffnet wird  und die im WS 2021/22 in Berlin am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg stattfindet, widmet sich in der Zusammenarbeit dreier disziplinärer Teilbereiche (Literatur, Philosophie und Musik) einer kritischen Re-Lektüre von kulturellen und künstlerisch-ästhetischen Traditionsbezügen im kulturellen Leben deutscher Juden der 1930er und frühen 1940er Jahre im NS-Deutschland. Mehr Informationen zu den Veranstaltungen finden sich hier ; zum Videomitschnitt der Konferenz geht es hier.


Eröffnung des Buber-Rosenzweig-Instituts für jüdische Geistes und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart
Festveranstaltung, 28. Oktober 2021

2021 wurde am Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt ein eng mit der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie verbundenes neues Forschungsinstitut gegründet. Es trägt die Namen zweier jüdischer Intellektueller des 20. Jahrhunderts, Martin Buber und Franz Rosenzweig, beide bedeutsame Gestalten der Frankfurter Universität in den 1920er und 1930er Jahren und der „jüdischen Renaissance“ in der Weimarer Republik, beide federführend am Frankfurter Freien Jüdischen Lehrhaus beteiligt und miteinander im intensiven Gespräch über ihr gemeinsames Projekt der „Verdeutschung“ der Hebräischen Bibel. Das von Prof. Dr. Christian Wiese geleitete Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart zählt zu seinen zahlreichen geistesgeschichtlichen Projekten auch das Akademieprojekt „Buber-Korrespondenzen Digital: Das Dialogische Prinzip in Martin Bubers Gelehrten- und Intellektuellennetzwerken im 20. Jahrhundert“ (2021-2044).

Das jüdische Frankfurt: Geistes- und Kulturgeschichte von der Emanzipation bis zum Beginn des Nationalsozialismus
Konferenz, 10. bis 12 Oktober 2021

Frankfurt war bis 1933 eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Deutschland und in Europa. Ihre Geschichte wurde wie die wohl keiner anderen Stadt in Deutschland geprägt durch ihre jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die einen wesentlichen Anteil daran hatten, dass Frankfurt zu einer der bedeutendsten kulturellen und wirtschaftlichen Metropolen Deutschlands wurde. Frankfurt war aber auch die erste Stadt in Deutschland, die Juden zwang, in einem Ghetto zu leben, und eine der letzten, die diesen Zwang aufhob. Von den etwa 30.000 Juden, die 1933 in Frankfurt lebten, haben nur etwas mehr als 100 den Nationalsozialismus in der Stadt überlebt. Tausende wurden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet, viele weitere mussten fliehen. Trotzdem hat sich die Frankfurter jüdische Gemeinde nach schwierigen Anfängen nach 1945 heute wieder zu einer der größten und lebendigsten in Deutschland entwickelt.

Die Konferenz widmet sich der Geschichte der Juden in Frankfurt als herausragendes Beispiel und als zentraler Ort für die deutsche und die hessische jüdische Geschichte, für deren kulturelle, soziale und religiöse Entwicklung und für die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden. Mehr zu der Veranstaltung findet sich hier; ein Videomitschnitt ist hier zugänglich.


Die verlorene Mitte – Juden und Christen in Frankfurt vor der Einrichtung der Judengasse im Jahr 1460

Workshop in Kooperation mit dem Haus am Dom und dem Jüdischen Museum Frankfurt, 23. bis 25. Juni 2021

Kaum etwas erinnert in Frankfurt daran, dass von der Mitte des 12. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts Juden in der Mitte der Stadt siedelten. Zweimal, in den Jahren 1241 und 1348, wurde dabei die jüdische Gemeinde in dieser Zeit völlig ausgelöscht. Dennoch, in diesen Jahrhunderten waren Begegnungen alltäglich. Jüdische Ärzte versahen als Stadtärzte ihren Dienst im Hospital zum Heiligen Geist. Zentrale jüdische und christliche Gebäude standen nah beieinander. Mit der Einrichtung der Judengassse wurde diese gemeinsame Mitte zerstört. Eine Konferenz mit internationaler Beteiligung geht diesen Etappen der Frankfurter Geschichte nach. 


„Macht. Ausübung, Legitimation, Missbrauch“
10. und 11. Juni 2021

Das jahrzehntelang verschwiegene Thema wird inzwischen öffentlich verhandelt: Wie konnte es sein, dass Bischöfe und ihre Mitarbeiter sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen vertuscht, die Aufklärung der Taten verschleppt und die Opfer ignoriert haben? Die interdisziplinäre Tagung „Machtlegitimation, Machtausübung und Machtmissbrauch“ am Fachbereich „Katholische Theologie“ der Goethe-Universität am 10. und 11. Juni 2021 geht nun den theologischen Machtkonstellationen auf den Grund, die Machtmissbrauch begünstigen. Videos zur Tagung gibt es hier.